Bericht von der Demo in Gedenken an Oury Jalloh

Am Samstag, den 07.01.17, jährte sich zum 12. Mal der Tag, an dem Oury Jalloh ermordet wurde. Der Geflüchtete aus Eritrea verbrannte 2005 an Händen und Füßen gefesselt in einer Polizeizelle in Dessau. Selbstmord war die offizielle Behautpung, welche mittlerweile mehrfach wiederlegt wurde. Mittlerweile gibt es die These, dass er bereits tot war, bevor das Feuer gelegt wurde, vielleicht zu Tode geprügelt von der Polizei. Dennoch ist bisher keine*r der beteiligten Polizeibeamt*innen für den Mord an Oury Jalloh zur Rechenschaft gezogen worden. Und es ist auch nicht der einzige Fall, bei dem in Dessau ein Mensch unter ungeklärten Umständen auf der Polizeiwache ums Leben kam. Immer wieder wird dies von offizieller Seite vertuscht, so wie auch in dem Fall der chinesischen Studentin Yangjie Li, welche im Mai 2016 in Dessau vergewaltigt und ermordet wurde. Hauptverdächtige sind der Stiefsohn des Dessauer Polizeipräsidenten und seine Freundin. Nicht nur konnte die Mutter, ebenfalls Polizistin, sich der Ermittlungsgruppe zu Lis Ermordung anschließen, sie und der Stiefvater wurden gesehen, wie sie wenige Tage später die Wohnung des Sohnes, also den mutmaßlichen Tatort, ausräumten.


Im Gedenken an Oury Jalloh und alle anderen Opfer von rassistischer und Polizei-Gewalt fand letzten Samstag in Dessau eine Demonstration mit etwa 2000 Teilnehmer*innen statt. Trotz Minusgraden und Schneegestöber zog die Demo kraftvoll und lautstark durch Dessau, um darauf aufmerksam zu machen, dass in Dessau Menschen ermordet werden, nicht nur unter den Augen der Polizei, sondern durch ihre Hände. Zahlreiche Redebeiträge wurden gehalten, es gab Kundgebungen vor der Staatsanwaltschaft, dem Landgericht, dem Rathaus und der Polizeistation, in der Oury Jalloh ermordet wurde. Außerdem wurde an seinem Gedenkstein Alberto Adriano gedacht, der 2000 in Dessau von Nazis ermordet wurde.

Kein Vergeben, Kein Vergessen! Oury Jalloh – Das war Mord!

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